Ratgeber finden

Oft gesucht:

Folgen Sie uns und sparen Sie 10 %TikTokInstagramYouTubeFacebookPinterest
Vorlage · Verbraucherrecht

Widerruf Online-Kauf: Muster, Frist und Rücksendung

Sie möchten eine Online-Bestellung rückgängig machen. Hier steht, was in das Widerrufsschreiben gehört, wann die 14 Tage beginnen und wie eine kurze Vorlage aussieht.

Stand Oktober 2026Lesezeit 4 MinutenKostenlos

Kurz gesagt
  • Die Frist beträgt 14 Tage und läuft bei Waren erst ab dem Erhalt der Ware, nicht ab der Bestellung.
  • Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor, zum Nachweis eignen sich aber E-Mail, Brief oder eine Widerrufsfunktion auf der Internetseite.
  • Sie müssen den Widerruf eindeutig erklären, aber nicht begründen, und es genügt, wenn Sie ihn rechtzeitig absenden.

Wann Sie diesen Brief brauchen

Sie haben als Privatperson bei einem Händler im Internet, am Telefon oder per Katalog bestellt und möchten den Kauf rückgängig machen. Für solche Fernabsatzverträge gibt Ihnen das Gesetz ein Widerrufsrecht. Einen Grund müssen Sie nicht nennen.

Beim gewöhnlichen Kauf im Laden und beim Kauf von einer Privatperson gibt es dieses Widerrufsrecht nicht. Nimmt ein Geschäft Ware trotzdem zurück, ist das ein freiwilliges Angebot.

Der Widerruf geht an den Händler, mit dem Sie den Vertrag geschlossen haben. Bei einem Kauf über einen Marktplatz ist das oft nicht der Betreiber des Marktplatzes, sondern ein einzelner Händler.

Auch bei Online-Käufen gibt es Ausnahmen. Kein Widerrufsrecht haben Sie zum Beispiel bei:

  • Waren, die nicht vorgefertigt sind und eigens nach Ihren Vorgaben hergestellt werden,
  • Waren, die schnell verderben,
  • versiegelten Waren, die sich aus Gründen der Gesundheit oder Hygiene nicht zur Rückgabe eignen, wenn Sie das Siegel nach der Lieferung entfernt haben,
  • CDs, DVDs oder Computerprogrammen in versiegelter Packung, wenn Sie das Siegel nach der Lieferung entfernt haben,
  • Hotelzimmern, Mietwagen, Essenslieferungen und Freizeitangeboten, wenn ein fester Termin oder Zeitraum vereinbart ist.

Was in den Widerruf gehört

BestandteilWorauf es ankommt
Ihr Name und Ihre AnschriftSo wie bei der Bestellung angegeben.
Bestellnummer und BestelldatumDamit findet der Händler Ihren Vertrag.
Bezeichnung der WareMöglichst genau.
Datum, an dem Sie die Ware erhalten habenDaran sieht der Händler, dass die Frist noch läuft.
Die Erklärung selbstEin klarer Satz, dass Sie den Vertrag widerrufen.
Bitte um ErstattungKaufpreis und Kosten der günstigsten Standardlieferung zu Ihnen.

Bietet der Händler ein Widerrufsformular an, können Sie es verwenden. Eine Pflicht dazu gibt es nicht.

Kurzfassung zum Fristwahren: Widerruf per Brief oder E-Mail

[Ihr Name], [Straße und Hausnummer], [PLZ und Ort]

[Name des Händlers, der Ihr Vertragspartner ist], [Anschrift oder E-Mail-Adresse des Händlers]

[Ort], [Datum]

Widerruf meiner Bestellung vom [Bestelldatum], Bestellnummer [Nummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerrufe ich den Vertrag über den Kauf der folgenden Ware: [Bezeichnung der Ware].

Bestellt habe ich am [Bestelldatum]. Erhalten habe ich die Ware am [Datum des Erhalts].

Bitte erstatten Sie mir den Kaufpreis und die Kosten der Standardlieferung spätestens 14 Tage nach Eingang dieses Widerrufs auf dem Zahlungsweg, den ich bei der Bestellung genutzt habe.

Die Ware sende ich fristgerecht an Sie zurück. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieses Widerrufs.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift, nur bei einem Brief auf Papier]

[Ihr Name]

Diese Kurzfassung reicht, um den Widerruf eindeutig und rechtzeitig zu erklären. Schicken Sie sie an den Händler, der Ihr Vertragspartner ist. Sie klärt nicht, ob für Ihren Kauf eine Ausnahme gilt, und enthält keinen Text für den Fall, dass der Händler die Erstattung verweigert.

Frist und Versand

Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Bei Waren beginnt sie erst, wenn Sie die Ware erhalten haben. Der Tag der Lieferung zählt nicht mit. Kommt das Paket am 1. Oktober an, ist der 15. Oktober der letzte Tag.

Wird eine einzelne Bestellung in mehreren Paketen geliefert, läuft die Frist ab dem letzten Paket. Solange der Händler Sie nicht über das Widerrufsrecht informiert hat, beginnt die Frist nicht. Das Widerrufsrecht endet dann spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem Erhalt der Ware.

Zum Einhalten der Frist genügt es, dass Sie den Widerruf rechtzeitig absenden. Eine bestimmte Form verlangt das Gesetz nicht. Wählen Sie trotzdem einen Weg, den Sie belegen können, und heben Sie eine gesendete E-Mail auf. Einen Brief schicken Sie am besten als Einschreiben.

Für Verträge, die über eine Internetseite geschlossen werden, sieht das Gesetz inzwischen außerdem eine elektronische Widerrufsfunktion vor. Sie ist mit „Vertrag widerrufen“ oder einem gleichbedeutenden, eindeutigen Text beschriftet. Sie machen dort Ihre Angaben und bestätigen den Widerruf. Der Händler muss Ihnen den Eingang dann unverzüglich mit Datum und Uhrzeit bestätigen. Finden Sie keine solche Funktion, widerrufen Sie per E-Mail oder Brief.

Häufige Fehler

  • Das Paket ohne Erklärung zurückschicken. Das Gesetz verlangt eine eindeutige Erklärung. Erklären Sie den Widerruf deshalb immer ausdrücklich.
  • Nur anrufen. Ein Telefonat können Sie später kaum beweisen.
  • Die Ware zu lange behalten. Sie müssen die Ware spätestens 14 Tage nach Ihrem Widerruf abschicken, wenn der Händler nicht angeboten hat, sie abzuholen.
  • Die Ware benutzen statt nur prüfen. Sie dürfen prüfen, wie die Ware beschaffen ist und ob sie funktioniert. Verliert sie durch weitergehenden Gebrauch an Wert, kann der Händler dafür Ersatz verlangen.
  • Keinen Beleg für die Rücksendung aufheben. Mit dem Beleg weisen Sie nach, dass Sie die Ware rechtzeitig abgeschickt haben.

Was danach passiert

Der Händler muss Ihnen das Geld spätestens 14 Tage nach Eingang Ihres Widerrufs erstatten. Er darf damit aber warten, bis er die Ware zurückhat oder Sie das Absenden nachweisen. Zur Erstattung gehören auch die Kosten für die Lieferung zu Ihnen, allerdings nur in Höhe des günstigsten Standardversands. Das Geld kommt auf demselben Weg zurück, auf dem Sie bezahlt haben, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart ist und Ihnen dadurch keine Kosten entstehen.

Die Kosten der Rücksendung tragen Sie selbst, wenn der Händler Sie vorher darauf hingewiesen hat. Hat er erklärt, diese Kosten zu übernehmen, zahlt er. Geht die Ware auf dem Rückweg verloren oder wird sie beschädigt, trägt der Händler dieses Risiko.

So geht es weiter

Im Ratgeber „Reklamation leicht gemacht“

Der Ratgeber „Reklamation leicht gemacht“ erklärt das Widerrufsrecht bei Online-Käufen, außerdem Ihre Rechte bei Mängeln, Garantie und Lieferverzug. Der Reklamations-Generator rechnet die Fristen aus und schreibt sieben Briefe: Widerruf, Mängelanzeige, Fristsetzung, Rücktritt, Minderung, Liefermahnung und Rückforderung.

  • Gewährleistung und Garantie: der Unterschied
  • Nachbesserung, Rücktritt, Minderung
  • Widerruf bei Online-Käufen
  • Lieferung kommt nicht
  • Gebrauchtkauf und Privatkauf
  • Reklamations-Generator mit Fristenrechner und sieben Briefen
Inhaltsverzeichnis aus Reklamation leicht gemachtSeite 3 aus Reklamation leicht gemachtSeite 4 aus Reklamation leicht gemacht

Drei echte Seiten aus dem Ratgeber. Auf der Ratgeber-Seite können Sie sie vergrößern.

Reklamation leicht gemacht

Ratgeber mit Reklamations-Generator · 14 Seiten. 14,90 €, einmalig, kein Abo. Sofort als PDF zum Herunterladen.

Zum Ratgeber

Rechtsgrundlage: § 312g BGB, § 355 BGB, § 356 BGB, § 357 BGB. Allgemeine Rechtslage, Stand Oktober 2026. Im Einzelfall können Ausnahmen gelten. Diese Seite und das Muster ersetzen keine Beratung.